Behind the scenes: pattydoo im Portrait

Behind the scenes: pattydooIna von pattydoo ist sicherlich jedem von euch ein Begriff. Mit ihren professionellen Nähvideos hat die Berlinerin einen wahren Kult ausgelöst. Unter Nähbegeisterten werden ihre Schnittmuster und detailreichen Anleitungsvideos sehr geschätzt. Schon Nähanfänger können damit schnell Erfolge an der Nähmaschine feiern und sich über süße Täschchen, Accessoires, sowie Kinder- und Frauenkleidung freuen.

Einige ihrer bekanntesten Nähprojekte sind z.b. Kosmetiktasche „Susie“, Handytasche „Bowie“, sowie die vielseitige Umhängetasche „Wendy“.

Ich durfte die gelernte Modeschneiderin in ihrem Atelier besuchen und ihr bei der Arbeit über die Schulter schauen. Dabei erzählte mir Ina, wie sie zum Nähen kam, was sie am Selbermachen so fasziniert und welche großen Pläne sie mit ihrem Blog und Label „pattydoo“ in Zukunft hat. Außerdem verrät euch Ina hilfreiche Tipps zur Selbstständigkeit und wen sie insgeheim am meisten bewundert.

Ein Zauber liegt in der Luft…

Inas Atelier ist hell und freundlich. Dass hier viel und vorallem hochkreativ gearbeitet wird, sieht man sofort. Der Raum ist angefüllt mit verschiedensten Stoffen, Näh- und Bastelzubehör und natürlich allen Nähprojekten, die es auf Inas Blog zu bestaunen gibt.

Als großer Fan von Inas Anleitungen war es für mich die reinste Freude, alle pattydoo-Projekte mal „in echt“ zu sehen und befühlen zu können.

Behind the scenes: pattydoo
Behind the scenes: pattydoo

Neben verschiedensten „Bowies“, Bügeltäschlein, Kosmetiktaschen und Kissen fand ich auch viele Kleidungsstücke für Groß und Klein, süße Mäuse-Nadelkissen und vieles mehr.

Behind the scenes: pattydoo
Behind the scenes: pattydoo
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Süße Deko-Elemente, Bilder und natürlich zahlreiche Stoffe und Nähzutaten runden das farbenfrohe und gemütliche Gesamtbild des Ateliers ab.

Behind the scenes: pattydoo
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Liebe Ina, Wann hattest du die Idee für deinen Blog / deine Nähvideos und was hat dich dazu inspiriert?

Ina: So wie es vielen frisch gebackenen Müttern passiert, wurde auch ich vor gut vier Jahren durch die Geburt meiner Tochter inspiriert und wieder mit dem Nähvirus infiziert. Obwohl ich gelernte Schneiderin und Bekleidungstechnikerin bin, hatte ich zuvor viele Jahre wenig in meiner Freizeit genäht. In den letzten Jahren ist das Angebot an Stoffen, Schnittmustern und kreativen Anregungen sowohl im Internet als auch in Berlin so gewachsen, dass ich einfach nicht anders konnte und in die Kreativwelt eingetaucht bin. So habe ich Klick-für-Klick großartige Nähblogs, Dawanda und die Stoffmärkte für mich entdeckt. In Verbindung mit meinem Informatikstudium entstand dann die Idee für den Schnittbaukasten, einer Webanwendung mit der man Schnittmuster selber gestalten kann. Nach einem Praxisprojekt war jedoch schnell klar, dass ich dies nicht allein stemmen kann. So habe ich zunächst den kleinen Schritt gewagt und mit einem Nähblog begonnen.

Da Blogs im Kreativbereich gerade wie Pilze aus dem Boden schießen, habe ich überlegt, was meinen Blog besonders machen und von den anderen unterscheiden könnte. Nach einer spontanen Abhandlung über Stoffe vor der Kamera im Wohnzimmer war die Idee geboren, Nähvideos zu drehen. Ich hätte das nie gedacht, aber für mich ist das der schönste Weg, Wissen weiterzugeben. Wie gut, dass mein Mann Christian Kameraprofi ist und nicht nähen kann, deshalb sind die Videos professionell gedreht und auch Nähanfänger können die Projekte Schritt-für-Schritt nachvollziehen. Die Nähvideos haben sicher dafür gesorgt, dass pattydoo in der Internet-Nähszene so schnell bekannt wurde.

Behind the scenes: pattydoo


Inas Blog www.pattydoo.de und ein Ausschnitt aus ihrem aktuellen Nähvideo für einen Quilt aus Jellyrolls

Was hast du vor deinem Label „pattydoo“ gemacht?

Ina: Nach meinem Abitur habe ich zunächst eine Lehre zur Modeschneiderin absolviert. Anschließend studierte ich Bekleidungstechnik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin und habe mehrere Jahre Berufserfahrung in verschiedenen Firmen der Modebranche gesammelt. Allerdings war ich nie so ganz glücklich, weil ich insgeheim gerne etwas machen wollte, über das ich selber bestimmen kann. Ich wollte nicht einfach nur eines von vielen Zahnrädchen in einem großen Getriebe sein. Um meine Kenntnisse zu erweitern und die Fühler auch in andere Richtungen ausstrecken zu können, habe ich in meiner Elternzeit nochmal Medieninformatik studiert. So haben mich mein Fernstudium und meine Tochter wieder zu meinen Wurzeln geführt und mit pattydoo ist mein Traum von Selbstverwirklichung in Erfüllung gegangen!

Wie entsteht ein typisches pattydoo-Nähvideo?

Ina: Ganz am Anfang steht die Idee für ein Schnittmuster. Dieses setze ich entweder mit dem Programm Adobe Illustrator selbst um oder meine Schnittkonstrukteurin, eine ehemalige Studienkollegin, erstellt es mit einer professionellen Schnittsoftware für mich. Nachdem ich einige Probeteile genäht und rumprobiert habe, wie das Teil am besten und einfachsten genäht werden kann, lege ich die einzelnen Arbeitsschritte für das Video fest. Dann suche ich noch tolle Stoffe für den Dreh aus und es kann losgehen. Wir drehen in unserem Arbeitszimmer, dass wir extra für die Videos eingerichtet haben. Mein Mann Christian übernimmt den kompletten Videodreh und später auch den Schnitt. Für ein Video, das später etwa 20 bis 40 Minuten lang ist, benötigen wir ein bis zwei Drehtage, dazu kommen etwa zwei Tage für den Schnitt.

Behind the scenes: pattydoo
Behind the scenes: pattydoo
Behind the scenes: pattydoo

Welche Projekte hast du als nächstes geplant?

Ina: Das wichtigste Projekt ist unser pattydoo Designer. Dafür stehen noch weitere tolle Schnittmuster in den Startlöchern, für die wir noch Nähvideos drehen und schöne Designbeispiele erstellen wollen. Weil wir darin dringend Unterstützung gebrauchen könnten, wird ein weiteres Projekt sein, engagierte Leute zu finden, die gerne für pattydoo arbeiten möchten (Falls jemand Lust auf ein Praktikum hat, meldet euch!). Des Weiteren steht gerade ein ganz besonderes Projekt mit unseren Partnern von Snaply an – wir sind schon ganz gespannt und freuen uns, wenn wir mehr verraten dürfen!

pattydoo Designer


Der neue pattydoo Designer ist online!

Mit dem pattydoo-Designer lassen sich verschiedene Taschenmodelle, Kleidung für Groß & Klein und Accessoires gestalten.

Behind the scenes: pattydoo
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Wie siehst du die Zukunft des Selbermachens?

Ina: Selbermachen wird momentan gehypt und poppt überall in den Medien auf – ich denke, dass sich der DIY-Trend eher weiter statt wieder zurückentwickeln wird. Er ist die Gegenbewegung zu industrieller Massenfertigung und zum Massenkonsum. Viele haben das Bedürfnis nach etwas Besonderem, nach Unikaten, die nicht aus einer anonymen Produktion, sondern aus den eigenen Händen stammen. Wir Selbermacher genießen einfach das Gefühl, wenn aus einer Idee, die lange im Kopf herumschwirrte, mit den passenden Zutaten endlich Wirklichkeit wird und wir das selbst gefertigte Einzelstück in den Händen halten können! Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir darauf irgendwann keine Lust mehr haben!

Behind the scenes: pattydoo

Welche Tipps hast du für Nähbegeisterte, die sich mit ihrem Hobby selbstständig machen wollen?

Ina: Ganz wichtig ist, dass ihr von Anfang an die Zahlen im Blick habt. Wenn ihr genähte Sachen verkauft, solltet ihr unbedingt zuvor kalkulieren, was am Ende für euch übrig bleibt. Um wirklich davon leben zu können, ist es sicher ein weiter Weg. Wenn ihr jedoch eine Nische entdeckt oder eine einzigartige Produktidee habt, kann es schneller gehen. Dabei spielt auch Marketing eine Rolle bspw. in Form einer Webseite oder eines Blogs. Sehr hilfreich ist die Unterstützung durch eure Familie und Freunde, lasst euch helfen und beraten – mit Rückenwind geht vieles leichter!

Wen bewunderst du am meisten?

Ina: Auch wenn es vielleicht pathetisch klingt: ich bewundere meinen Mann Christian! Von seiner Ruhe und Gelassenheit könnte ich mir manchmal eine Scheibe abschneiden. Er ist die unsichtbare Hälfte von pattydoo, nur mit ihm zusammen konnte ich dieses Projekt verwirklichen und in so kurzer Zeit erfolgreich werden. Er ist mein Fels in der Brandung und gibt mir viel Kraft. Ich bin wahnsinnig glücklich, dass wir gemeinsam an unserem Herzensprojekt arbeiten können und noch viele Ideen für die Zukunft haben!

Ein wunderbares Schlusswort an einem wunderbaren Tag. Schon bald werde ich euch berichten, wann das große Geheimprojekt in Zusammenarbeit mit Snaply gelüftet wird.

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