Fünf junge BloggerInnen im Portrait

In unserer Juni-Ausgabe widmen wir uns den jungen Talenten unter euch. Bloggern und Bloggerinnen unter 25, die wunderbare Nähwerke zaubern und mit ihren Blogs eine Inspirationsquelle für andere sind.

Mit dabei: Laura alias schwesterherz., Elli alias Lockenkind, Kai alias SewingKai, Maira mit ihrem Blog Selbstgenähtes von Mairao und Nadine alias Fusselline.

Fünf junge BloggerInnen im Portrait

Laura alias schwesterherz.

Wir sind total begeistert von Laura. Die talentierte Schülerin aus Bayern hat bereits mit 14 Jahren angefangen, zu bloggen. Mittlerweile ist sie 17 Jahre alt und plaudert heute für euch ein bisschen aus dem Nähkästchen.

Laura (Schwesterherz)Was findet man auf deinem Blog?
Genähtes, Selbstgemachtes, Fotos, Texte, Gebackenes. Von vielem ein Bisschen.

Wie lange bloggst du schon und wie bist du zum Bloggen gekommen?
Anfang 2014 habe ich mit 14 Jahren meinen Blog veröffentlicht. „schwesterherz.“ gibt es also seit ungefähr 2.5 Jahren. Als ich mit dem Nähen begonnen habe, habe ich 3-4 Blogs sehr gerne gelesen und jeden neuen Blogeintrag verschlugen… ich bewunderte die Bilder und genähten Werke. Irgendwann dann wollte ich auch so einen Blog haben. Allerdings scheiterte es bei mir ausschließlich am Namen. Da hatte ich einfach keine Idee. Da ich aber ja schon von klein auf von meinem Bruder „Schwesterherz“ genannt werde, lag es dann nach einiger Zeit eigentlich auf der Hand. Und so hab ich angefangen zu bloggen.

Nähwerke von Laura (Schwesterherz)

Was macht deinen Blog besonders?
Ich denke es ist meine Leidenschaft zu den Dingen, die ich zeige. Ich habe keinen Blogplan oder so. Ich blogge dann, wenn ich Zeit und Lust dazu habe…auch wenn das manchmal heißt, mehrere Wochen keinen neuen Beitrag zu veröffentlichen. Auch gebe ich mir viel Mühe bei den Bildern, ich finde, dass die für einen Blog sehr wichtig sind. Außerdem will ich mich nicht verstellen, sondern einfach das schreiben was mir in den Kopf kommt. Eigentlich würde mich aber interessieren, was meine Leser auf diese Frage antworten würden…

Was gefällt dir besonders am Bloggen?
Genau so schreiben zu können, wie es mir gefällt. Meine Gedanken teilen zu können. Zeigen zu können, was ich genäht, gebastelt oder erlebt habe. Aber auch eine Art Tagebuch von all dem zu haben. Und selbstverständlich zu sehen, dass hinter tollen Blogs auch tolle Menschen stecken… wenn dann daraus sogar noch eine Freundschaft entsteht ist das wirklich etwas Besonderes für mich.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Oh gar nicht so einfach… bei Kleidung auf jeden Fall zunehmend schlicht. Streifen gehen immer. Klare Linien und Muster mit besonderen Details. Ab und zu aber auch gerne mal verspielt und mädchenhaft mit Rosa, Blümchen und Spitze.

Was nähst du am Liebsten?
Also vor ungefähr zwei Jahren hätte ich ganz sicher und ohne nachzudenken „Taschen“ geantwortet. Doch mittlerweile hat es mir Kleidung sehr angetan. Egal ob Blusen, Oberteile und Tops für mich oder Pullover, Strampler und Jacken für meine kleine Nichte. Aber trotzdem stehen auch kleine Kulturtäschchen und Turnbeutel immer noch hoch im Kurs.


Elli alias Lockenkind

Auch Elli ist eine sehr junge Bloggerin. Mit gerade mal 17 Jahren zeigt sie regelmäßig spannende Nähprojekte auf ihrem Blog Lockenkind. Die kreative Schülerin wohnt mit ihrer Familie in Speyer.

Elli (lockenkind)Was findet man auf deinem Blog?
Auf meinem Blog findet man in erster Linie genähte Sachen. Sehr oft nähe ich Kleidung für mich, manchmal aber auch für Familie, Freunde oder Babysitterkinder. Ab und zu nähe ich auch Taschen oder was man sonst noch so braucht. Von Februar 2015 bis Juni 2015 war ich Austauschschülerin in Frankreich, auch darüber habe ich ein bisschen geschrieben. Manchmal zeige ich auch was ich gebacken habe oder erzähle von Reisen. Doch das mache ich mittlerweile eher seltener, da mir dazu leider die Zeit fehlt.

Wie lange bloggst du schon und wie bist du zum Bloggen gekommen?
Als ich mit ungefähr 14 angefangen habe zu nähen, wollte ich daraufhin sehr schnell einen Blog. Den ich habe dann anfänglich mit meiner Cousine geschrieben. Im ersten Jahre kam nur selten was auf dem Blog und ich habe eigentlich eher vor mich „hingebloggt“, sagt ich mal. Ab Herbst 2014 wurde es dann regelmäßiger und ich habe angefangen auch an Linkpartys teilzunehemen wodurch das Bloggen viel mehr Spaß gemacht hat. Vor über einem Jahr habe ich dann auch meinen Blognamen geändert. Früher hieß er „Acaawesomegirls“, was ein Insider meiner Cousine und mir war. Da aber nur noch ich bloggte wollte ich etwas was mit mir zu tun hatte. So entstand dann schließlich Lockenkind.

Elli (lockenkind)


Was macht deinen Blog besonders?

Mhm das ist eine sehr schwierige Frage. Ich schreibe oft persönliche Texte und gebe mir immer Mühe gute Bilder zu machen. Da ich auch verschiedene Nähprojekte auf dem Blog zeige, ist glaube ich für jeden etwas dabei was ihm gefällt und inspiriert.

Was gefällt dir besonders am Bloggen?
Am tollsten am Bloggen finde ich den Austausch mit anderen kreativen Köpfen. Man kann sich über aktuelle Stoffe, Schnitte etc. austauschen, das kann ich mit den Leuten mit denen ich alltäglich umgeben bin natürlich nicht. Außerdem sind viele tolle Bloggerfreundschaften enstanden, Menschen die ich nicht mehr aus meinem Leben wegdenken möchte.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Verspielt, fröhlich, schlichte Schnitte, bunte Stoffe aber mit einfachen Mustern, viel weinrot, selbstbewusst, bequem.

Was nähst du am Liebsten?
Am liebsten nähe ich Kleidung. Egal ob Babykleidung oder einen neuen Pulli für mich, nähen mit elastischen Stoffen macht mir am meisten Spaß!


Kai alias SewingKai

Kommen wir zu einem ganz besonderen Bloggerkandidaten: einem jungen nähenden Mann! Kai (23) ist gelernter Anlagemechaniker und lebt in Esslingen am Neckar

Kai (Sewing Kai)Was findet man auf deinem Blog?
Auf meinem Blog findet man jede Menge Inspirationen und Anregungen. Das Nähen ist in sehr kurzer Zeit zu meiner absoluten Leidenschaft geworden. Ich möchte anderen Menschen, die sich das Nähen nicht zutrauen aber gerne wollen, ermutigen es doch auch einmal zu versuchen. Da ich weiß, wie schwer es sein kann, überhaupt einmal etwas anzufangen.

Wie lange bloggst du schon und wie bist du zum Bloggen gekommen?
Im März diesen Jahres habe ich angefangen meine genähten Kleidungsstücke auf meinem Blog zu präsentieren. Meine Schwester hat mich fast schon dazu gedrängt, endlich einen Blog zu starten um andere daran teilhaben zu lassen. Mich hat das sehr verunsichert, doch die Praxis hat gezeigt, dass es der richtige Schritt war. Nachdem alles soweit fertig war, war ich sehr nervös, da ich nicht wusste ob es die Menschen überhaupt interessiert. Und als ich dann schließlich angefangen habe und die Resonanz stetig nach oben ging, musste ich die Sache einfach ernst nehmen und weitermachen. Seither ist SewingKai zu meiner Hauptaufgabe geworden.

Nähprojekte SewingKai

Was macht deinen Blog besonders?
Als Mann bin ich eine Art Rarität in der Nähwelt, Männer werden für gewöhnlich nicht mit einem solchen Hobby in Verbindung gebracht, da macht es doch Mut zu sehen, dass selbst ein Mann aufwendig erscheinende Werke nähen kann. Außerdem nähe ich nicht ausschließlich nur für mich. Nach und nach bekommt jeder in der Familie, jeden Alters etwas genähtes von mir. So decke ich so ziemlich alle Altersklassen ab und die meisten Schnitte dazu habe ich selbst kreiert.

Was gefällt dir besonders am Bloggen?
Die Resonanz auf meine Arbeit. Es pusht mich unglaublich zu sehen, dass den Leuten gefällt was ich mache. Und da ich liebe was ich mache, ist es ein unglaublich gutes Gefühl positives Feedback zu bekommen. So geht man doch gerne seiner Leidenschaft nach oder ?

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Locker, lässig, légère und gemütlich. Es ist mir wichtig, dass meine Kleidungsstücke alltagstauglich und individuell sind. Dazu sollen sie noch schön aussehen und dezent, aber durchweg positiv auffallen.

Was nähst du am Liebsten?
Am Liebsten sind mir meine eigenen Schnittmuster. Ganz egal für wen, die Hauptsache ist, dass es dem zukünftigen Träger gefällt. Daher habe ich keine echten Präferenzen, es ist einfach meine Leidenschaft, da macht alles Spaß.


Maira mit ihrem Blog Selbstgenähtes von Mairao

Maira (18) kommt aus der Nähe von Köln und wird bald in Stuttgart eine Ausbildung zur Modedesignerin beginnen. Sie bloggt seit etwas mehr als einem Jahr auf Selbstgenähtes von Mairao und zeigt dort viele wunderbare Nähprojekte. Manchmal bastelt sie auch etwas, wie z.b. mit unseren Poshys.

Was findet man auf deinem Blog ?
Auf meinem Blog findest du überwiegend selbstgenähte Sachen, meistens Kleidung für mich oder meine Familie. Ab und zu aber auch kleine Täschchen oder Wohnaccessoires. Ein anderes Hobby von mir ist auch das Backen, auch wenn es leider oft zu kurz kommt, aber hin und wieder zeige ich auch Torten und Kuchen. Eben alles was mit Liebe gemacht wurde.

Maira (Selbstgenähtes von Mairao)Wie lange bloggst du schon und wie bist du zum Bloggen gekommen?
Zum Bloggen bin ich gekommen als ich mich für ein Auslandsjahr beworben habe, als ich dann für Finnland angenommen wurde habe ich mir einen Blog für mein Auslandsjahr angelegt. Da bis zum Abflug aber noch viel Zeit war habe ich einen Nähblog gestartet. Ein Jahr später, dann in Finnland, bin ich mit dem Blog umgezogen und seit Anfang 2015 blogge ich eigentlich erst richtig aktiv.

Was macht deinen Blog besonders?
Ich weiß nicht, vielleicht ist es einfach eine Portion Lebensfreude, ein paar Farbtupfer die meinen Blog lesenswert und besonders machen.

Was gefällt dir besonders am Bloggen?
Über das Bloggen habe ich mittlerweile ganz viele neue Leute kennen gelernt und richtig tolle Freunde gefunden, mit denen ich mich Stundenlang über das gemeinsame Hobby unterhalten und austauschen kann. Leute die mir so ans Herz gewachsen sind und die ich ohne das Bloggen sicherlich nicht kennen gelernt hätte.

Maira (Selbstgenähtes von Mairao)

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Ab und zu ein bisschen bunt, dann wieder etwas schlichter und eintöniger, eben einfach alles was mir gefällt. Meine Nähfreunde sagen: Verspielt und individuell, da ich mir oft die Schnitte selber zusammen bastel, und mit der Liebe zum Detail, aber auch modern und alltagstauglich.

Was nähst du am Liebsten?
Ich kann nicht behaupten, dass ich immer nur Sachen nähe die ich dringend brauche. Aber ich versuche vermehrt drauf zu achten. Aber wie schon oben geschrieben nähe ich am liebsten Kleidung und bevorzuge Jersey. In letzter Zeit freunde ich mich aber auch immer mehr mit Baumwolle an. Ich stelle mich aber auch immer wieder neuen Herausforderungen.


Nadine alias Fusselline

Die letzte Bloggerin im Bunde ist Nadine, 21, aus Rheda-Wiedenbrück im schönen Ostwestfalen. Die Lehramtsstudentin veröffentlicht seit 2010 auf ihrem Blog Fusselline ihre genähten Werke, sowie tolle Näh-Tutorials.

Was findet man auf deinem Blog?
Auf meinem Blog findet man all das was ich liebe. Hauptaugenmerk ist das Nähen, welches sich durch das Bloggen super mit meinem Interesse an der Fotografie verbinden lässt. Ich nähe überwiegend Kleidung für mich und meine Nachbarskinder, aber von Zeit zu Zeit auch Taschen und andere Accessoires zum Beispiel für unser Zuhause. Eigentlich gibt es nichts, vor dem ich mit Nadel und Faden zurückschrecke, wenn mich die Lust überkommt. Manchmal klappt das und manchmal geht das auch gehörig in die Tonne.

Nadine (Fusselline)
Wie lange bloggst du schon und wie bist du zum Bloggen gekommen?

Meinen Blog gibt es seit Ende 2010, da besuchte ich die zehnte Klasse und stieß bei der Suche nach einem Schnitt für eine Tasche auf die unterschiedlichsten Blogs, die mich so faszinierten, dass ich es einfach selbst wagen wollte. Außerdem geht man Freunden und Familie mit seinem „guck mal, ist das nicht toll?“ irgendwann auf die Nerven. Leser von Blogs besuchen ihn freiwillig und es steht ihnen frei sich dazu zu äußern. Sie müssen mein Werk nicht mit Lob überschütten, gefällt es ihnen nicht oder langweilt es sie, schreiben sie das oder klicken einfach weiter. Was dann kommt ist ehrlich und spornt an, weiter zu machen.

Was macht deinen Blog besonders?
Mein Blog und sein Inhalt ist sehr vielfältig. Ich nähe mindestens genauso viel Kinderkleidung wie ich für mich nähe und schon immer mit viel Liebe und Perfektionismus. Ab und zu darf sich auch mein Vater über etwas Genähtes freuen. Manchmal probiere ich auch neues aus, wie das Häkeln. Außerdem schreibe ich wahnsinnig gerne über das, was mir gerade durch den Kopf geht oder berichte von besonderen Erlebnissen. Eben „sewing-crafting-photography-loving life“.

Nähwerke Nadine (Fusselline)

Was gefällt dir besonders am Bloggen?
Da ich schon kurz nach meinen ersten Nähversuchen mit dem Bloggen begann, lässt sich in meinem Blog nahezu meine ganze Näh-Historie zurück verfolgen. Ich selbst stöbere total gerne durch meine alten Posts und erinnere mich zurück. Das macht vielleicht auch anderen Mut, nicht zu schnell aufzugeben, weil etwas nicht sofort so perfekt wird wie man es gerne hätte. Es haben doch alle mal klein angefangen und deshalb stehe ich zu den ersten Blogposts mit bei schlechtem Licht fotografierten krummen Nähten. Jeder fängt klein an. Außerdem sind Blogs eine gewaltige Inspiration und ich habe schon viele tolle Menschen dadurch kennengelernt.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
In Laufe der Zeit hat sich mein Stil mehrmals gewandelt. Als ich anfing zu nähen, gab es noch gar nicht die Auswahl an Stoffen wie wir sie heute erleben. Man nahm was man kriegen konnte und machte mit Stickereien, Applikationen, Bändern und Borten das Beste draus. So entstanden auch bei mir sehr bunte Modelle. Mit der heutigen Auswahl an tollen und modischen Stoffen erweiterten sich natürlich auch meine Möglichkeiten. Inzwischen nähe ich wesentlich schlichter als früher. Manches ist kaum von den Sachen im Laden zu unterscheiden und ich sehe es als Kompliment an, nicht direkt mit Selbstgenähtem aufzufallen, sondern weil das Teil einfach besonders schön ist. Ich mag einen Mix aus cool, verspielt und etwas retro, was sich in meinen Werken auf jeden Fall widerspiegelt.

Was nähst du am Liebsten?
Wenn es die Zeit zulässt nähe ich gerne richtige Großprojekte wie Jacken, aufwendige Taschen oder festliche Kleidung. Ich habe sogar mein Abschluss- und Abikleid selbst genäht. Dinge die vor meinem geistigen Auge schon fertig sind, sobald ich die Stoffe zusammen gesucht habe und man in einen richtigen Flow gerät und alles um sich herum beim Nähen ausblenden kann. Genauso gern benähe ich aber auch meine Nachbarskinder. Es ist so ein tolles Gefühl meine Sachen getragen und geliebt zu sehen.