Gebrauchsanleitung: Kanten mit Schrägband einfassen

Gebrauchsanleitung: Kanten mit Schrägband einfassenSchrägband ist an vielen Nähprojekten ein schöner Abschluss, der deinem Nähprojekt das gewisse Etwas verleiht. Manchmal ist es aber auch notwendig, damit ein Projekt nicht mehr gewendet werden muss. Heute zeige ich dir ein paar Tipps und Tricks, wie sich Schrägband mit ein wenig Übung ganz leicht verarbeiten lässt! Ich zeige dir, wie du es mit und ohne Spezialfüßchen annähst, wie du damit gerade Kanten, Ecken und Rundungen einfasst, wie du die Enden sauber vernähst und wie du es zum Säumen von Kleidung verwenden kannst.

Viel Spaß beim Ausprobieren wünscht dir Natascha von Täschis Nähstube

Du brauchst dafür:

  • Schrägband (ich verwende hier das breitere Schrägband. Es ist für den Anfang etwas einfacher zu handhaben als die schmale Variante)
  • Wonder Clips oder Stecknadeln
  • Schrägband-Füßchen für deine Nähmaschine (du kannst aber auch das Universal-Füßchen verwenden, wenn du ein Schrägband-Füßchen nicht besitzt)

Gerade Kanten einfassen

Wie du gerade Kanten ganz leicht einfassen kannst, zeige ich dir am Beispiel eines herzigen Topfhandschuhs.

Zur einfacheren Handhabung kannst du die Stofflagen an der Kante, die du einfassen möchtest, zusammensteppen. Klappe anschließend das Schrägband auseinander und lege es bündig an die Kante. Ich lege es hier auf die linke Stoffseite, sodass die Seite meines Topfhandschuhs, die später außen zu sehen ist, unten liegt. Stecke das Schrägband gut fest und nähe im nächsten Schritt genau auf dem Falz.

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Als nächstes klappst du das Schrägband auf die andere Seite um. Stecke das Schrägband auf der rechten Stoffseite fest.

Mein Tipp: Wenn du Wonder Clips verwendest, achte darauf, dass die Klammern auf der Vorder- und der Rückseite mit dem Schrägband abschließen. Dadurch liegen die Kanten genau übereinander und das macht es dir im nächsten Schritt leichter, von beiden Seiten auf dem Schrägband zu nähen.

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Steppe nun das Schrägband knappkantig fest. Wenn du die Unterseite dabei nicht immer triffst, ist das nicht so schlimm, da sie ja schon fixiert wurde. Mit ein bisschen Übung wird es dir sicher von Mal zu Mal leichter fallen, das Schrägband auch von unten zu treffen. Daher gib nicht auf, wenn der Faden die ersten Male daneben geht.

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Ecken einfassen

Um eine Ecke einzufassen, nähst du das Schrägband wieder bündig auf dem Falz an eine der Stoffkanten. Miss den Abstand zwischen Stoffkante und Falz. Dieses Maß ist wichtig für eine schöne und ausgeformte Briefecke. In meinem Fall beträgt der Abstand 0,7cm. Ehe du an der Ecke angekommen bist, markierst du nun den Punkt, auf dem die Naht enden soll. Hierfür misst du von der unteren Kante 0,7cm hoch. Am besten markierst du dir die Stelle mit einem Stift, der wieder verschwindet. Nähe nun genau bis auf den Punkt und verriegele die Naht gut.

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Nun klappst du das Schrägband so um, dass es im 45° Winkel zu der Ecke liegt, die du einfassen möchtest. Dabei zeigt der Rest des Schrägbandes nun über die Kante, an der du gerade genäht hast. Jetzt legst du das Schrägband in den Bruch, sodass es entlang der Kante liegt, die als nächstes eingefasst wird. Der Bruch liegt dabei genau auf der eben eingefassten Kante. Stecke dir die gelegte Ecke gut fest.

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Als nächstes beginnst du deine Naht wieder genau auf dem Punkt, auf dem die vorherige geendet hat: bei mir also wieder 0,7cm von der Stoffkante entfernt.

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Wenn du alle Ecken genäht hast, kannst du das Schrägband um die Kanten klappen. Durch die Falttechnik beim Nähen legt sich das Schrägband auf dieser Seite von selbst um die Ecke. Von der anderen Seite legst du zuerst eine Kante um und dann die nächste. Dadurch entsteht auch auf der Rückseite eine schöne Briefecke. Zum Schluss nähst du das Schrägband knappkantig fest.

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Rundungen einfassen

Wie du Rundungen einfassen kannst, zeige ich dir hier am Beispiel der Tafel to go

Da Schrägband – wie der Name schon sagt – schräg zum Fadenlauf zugeschnitten wird, ist es ganz leicht dehnbar. Diese Eigenschaft macht es möglich, es auch an Rundungen anzunähen.

Hierfür klappst du wieder das Schrägband auf und steckst es bündig an der Kante fest. Wenn du an der Rundung angekommen bist, ziehst du sachte am Schrägband und steckst es dadurch leicht gedehnt an die Rundung. Durch die Rundung steht das Schrägband dann an der anderen Seite etwas hoch. Das ist richtig so.

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Nähe jetzt wieder auf dem Falz, klappe das Schrägband um und lege es um die offene Kante. Jetzt sollte sich das Schrägband fast von selbst um die Rundung legen lassen. Ist dies nicht der Fall, kannst du die Nahtzugabe etwas einkürzen. Achte dabei darauf, dass du nicht die Naht oder das Schrägband verletzt. Jetzt kannst du das Schrägband knappkantig feststeppen. Durch die Rundung ist es schwieriger, das Schrägband auch von unten zu treffen. Lass dich also nicht entmutigen, wenn es zu Beginn nicht so recht klappen will.

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Einfassen mit Spezialfüßchen

Wenn du ein Schrägband-Füßchen für deine Nähmaschine hast, kannst das Schrägband auch von beiden Seiten gleichzeitig annähen. Dein Füßchen sieht in Etwa so aus wie meines: es hat vor dem eigentlichen Nähfüßchen eine Führung, in die das Schrägband eingefädelt werden kann.

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Lege das Schrägband in die Führung, sodass es ein gutes Stück unter das Nähfüßchen reicht (dort wo hinterher auch die Nadel einsticht). Zwischen die beiden Lagen Schrägband legst du anschließend die Stoffkante, die eingefasst wird.

Jetzt kannst du die Nadelposition so einstellen, dass das Schrägband knappkantig festgesteppt wird. So nähst du beide Lagen Schrägband in einem Schritt an. Wenn alles gut geklappt hat, hast du nun von beiden Seiten eine schöne gleichmäßige Naht, die das Schrägband auf beiden Seiten trifft.

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Schrägbandenden verstecken

Damit deine Schrägbandenden nicht ausfransen, kannst du sie ganz einfach beim Annähen verstecken. Dazu faltest du die ersten 1 bis 1,5cm einmal um und nähst das gefaltete Schrägband wie gewohnt auf dem Falz fest. Wenn du einmal um dein Nähstück herum genäht hast, und wieder am Anfang angekommen bist, nähst du 1 bis 2cm über den Anfang, sodass sich das Schrägband überlappt. Jetzt kannst du es abschneiden und um die Kante klappen, feststecken und festnähen. Auf diese Weise erhältst du einen schönen Abschluss.

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Kleidung Säumen

Du kannst Schrägband auch zum Säumen von Kleidung verwenden. Ich zeige dir das hier am Beispiel eines Jeansrocks. Um zu verhindern, dass das Schrägband nach dem Waschen des Kleidungsstücks einläuft, bügelst du es am besten zuerst heiß und mit viel Dampf. Dadurch musst du es nicht vorwaschen, was ggf. zum Ausfransen führen könnte. Die Saumzugabe des Kleidungsstücks beträgt in diesem Fall 0,7cm (Abstand von der Stoffkante bis zum Falz). Wenn an deinem Kleidungsstück bereits eine größere Sauzugabe enthalten ist, musst du diese entsprechend kürzen, damit das Kleidungsstück nicht zu lang wird. Du nähst im ersten Schritt das Schrägband wieder an die offene Kante. Allerdings diesmal von der rechten Seite, da das Schrägband hinterher nur auf der Innenseite liegen wird.

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Klappe das Schrägband anschließend komplett auf die Innenseite. Am Besten bügelst du den Saum jetzt gut und steckst ihn fest. Jetzt kannst du den Saum von der Innenseite knappkantig auf dem Schrägband festnähen. Wenn deine Saumnaht (wie bei mir) eine Ziernaht in Kontrastfarbe werden soll, kann es hilfreich sein, wenn du sie von rechts absteppst. Dazu misst du zunächst die Saumbreite. In meinem Fall sind das 1,75cm. Um sicher zu gehen, dass du das Schrägband auf der Innenseite auch festnähst, empfehle ich in diesem Fall im Abstand von 1,5cm zur Saumkante zu nähen.

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Solltest du das Schrägband auf der Rückseite an einigen Stellen nicht getroffen haben, kannst du es dort ganz einfach mit ein paar kleinen Heftstichen per Hand festnähen. Dazu stichst du ganz in das Schrägband aber nur in einzelne Fäden des Stoffes. Auf diese Weise ist das Schrägband innen fixiert, aber die Naht von außen nicht sichtbar.

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Eine weitere Möglichkeit, deinen Saum innen mit Schrägband aufzupeppen ist es, nur die Kante einzufassen und dann den Saum wie gewohnt festzunähen. Hierfür bleibt die originale Saumzugabe erhalten. Nähe zuerst das Schrägband an die offene Kante. Dies kannst du wie beschrieben entweder im Zweischritt machen oder mit dem Spezial-Füßchen. Anschließend bügelst du den Saum entsprechend der Saumzugabe um. Ich habe hier 2,5cm umgebügelt und den Saum gut festgesteckt.

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Jetzt nähst du wie schon bei der ersten Saum-Variante entweder direkt auf dem Schrägband oder von der rechten Seite.

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Und schon hast du ein schickes Detail in deinem Saum eingearbeitet!

 

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