Kreativ-Interview: Juliane von Elbfaden

Kreativ-Interview: Juliane von ElbfadenElbfaden ist der Kreativblog und Stoffshop von Juliane. Die gelernte Diplom-Bibliothekarin und Informationsmanagerin arbeitet im Buchhandel und betreibt nebenberuflich ihr kleines Label Elbfaden. Sie ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann, den zwei Töchtern Emma und Helene, sowie Familienhund Max in Hamburg.

Heute öffnet sie ganz exklusiv die Türen ihres Ateliers für euch. Erstaunlich, wieviel man in einem Raum unterbringen kann! Juliane nimmt euch mit in ihr Elbfaden-Reich und verrät euch Tipps und Tricks zum platzsparenden Aufbewahren eurer Nähschätze.

Viel Freude beim Lesen!

 

Was findet man auf deinem Blog und in deinem Shop?

In meinem Shop biete ich überwiegend Stoffe und Webbänder an. Immer wieder auch mal Selbstgenähtes aber das ist aufgrund von Zeitmangel mittlerweile eher zur Nebensache geworden. Daher findet man eigene Nähprojekte von mir überwiegend auf Facebook, Instagram und ab und an auf meinem Blog. Dort zeige ich gerne mal Selbstgemachtes für meine Kinder, Freunde und für mich.

Auf dem Blog bin ich noch in der Findungsphase, was ich dort genau präsentieren möchte. Zurzeit ist es eine Mischung aus Genähtem, Reiseberichten, Food, Privates und vielen Fotos.

Kreativ-Interview: Juliane von Elbfaden

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Ich würde sagen, ich bin permanent auf der Suche nach mir und meinem Stil! Ich probiere gerne immer wieder neue Dinge aus und lerne dazu. Was ich allerdings schon sagen kann ist, dass ich kräftige Farben liebe und der aktuelle maritime Trend für mich auch Heimat bedeutet. Ich bin ein echtes Küstenmädel und am Wasser bin ich zuhause.

Wie bist du zu deinem jetzigen Beruf gekommen?

Wie die Jungfrau zum Kinde… Nein, ich war gerade zum ersten Mal Mutter geworden. Da mein Mann im Schichtdienst arbeitet, brauchte ich eine Beschäftigung für die Abende an denen ich nicht mal eben zum Sport oder ins Kino oder wohin auch immer konnte. Da bin ich über einen kleinen Stoffladen zu meinem ersten Nähkurs gekommen und habe Blut geleckt… Das wollte ich machen und habe meinem Mann in den Ohren gelegen, dass ich genau so eine Maschine wie im Kurs brauche, was anderes konnte ich ja nicht alleine bedienen dachte ich damals. Und er hat mir dann genau so eine alte Pfaff aufgetrieben und damit fing die Leidenschaft und Stoffsucht an.

Aber ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass Elbfaden® eher mein 3. Baby als mein Beruf ist. Ich arbeite unter der Woche hauptberuflich bei einem großen Buchhandelsunternehmen und bin viel auf Reisen. Deshalb findet Elbfaden® überwiegend abends und am Wochenende statt.

Kreativ-Interview: Juliane von Elbfaden

Was reizt dich besonders an der Selbstständigkeit?

Eigentlich wirklich das, was der Name sagt.

SELBST – ich entscheide darüber wer, was, wie und wo macht und was nicht. Ich kann mich kreativ austoben und wenn mir etwas nicht gefällt, ändere ich es einfach.

STÄNDIG – Ich kann jederzeit arbeiten und bin nicht an einen Ort, eine Tageszeit oder an mein Umfeld gebunden.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Ich stehe in der Regel gegen 6:30 auf und mache die Mädels für die Schule bzw. Kindergarten fertig. Wenn ich nicht auf Reisen bin, sitze ich gegen 9 Uhr am Schreibtisch und erledige erst einmal die Arbeit von meinem Hauptjob. Am Nachmittag kommen dann die Kinder wieder und ich versuche bis dahin noch schnell den ersten Schwung Arbeit für Elbfaden® zu erledigen. Sprich, Rechnungen schreiben, Bestellungen verpacken, den Shop auffüllen, zur Post fahren. Danach bin ich meistens Chauffeur für die Mädels, da irgendein Hobby immer ansteht. Abends ist dann eher Zeit fürs Kreative. Dann wird am Shop, Blog gebastelt, Stoffe zugeschnitten, genäht oder Dinge bestickt. Manchmal wird aber auch den ganzen Abend lang mit lieben Gleichgesinnten geplaudert, gefachsimpelt oder neue Projekte besprochen.

Kreativ-Interview: Juliane von Elbfaden

Worauf hast du bei der Einrichtung deines Nähzimmers besonders wert gelegt?

Mir waren zwei Dinge besonders wichtig:

1. Ich möchte mich wohlfühlen und trotzdem größtmöglichen Stauraum für meine Stoffe, Maschinen und für meine Nähmaterialien haben.

2. Alles sollte griffbereit aber nicht offen umher liegen. Somit benötigte ich Möbel die verschlossen sind, aber mir ermöglichen meine Materialien gut zu organisieren, um schnell darauf zugreifen zu können.

Wie lange hat es gedauert, bis dein Nähzimmer fertig eingerichtet war?

Haha, ich glaube mein Nähzimmer wird nie wirklich fertig sein, dafür räume, dekoriere und sortiere ich zu gerne um. Und das ist auch gar nicht so schlecht, da ich dabei immer mal Dinge wiederentdecke, die ich schon immer mal probieren wollte aber aufgrund von Zeitmangel in irgendeine Schublade wegorganisiert wurden. Ein gutes Beispiel ist Stoffmalfarbe. Hab ich doch vor über einem Jahr mal ein Töpfchen in schickem Gold gekauft aber nie ausprobiert. Und dann beim räumen wiedergefunden und gleich mal auf einem Shirt für meine „große“ Tochter ausprobiert. Wie gut das Gold gerade so IN ist.

Was sind deine 3 besten Aufbewahrungs- und Sortiertipps?

1. Servierwagen vom Schweden als Stoffregal
Ich liebe es meine aktuellen Lieblingsstoffe immer wieder im Blick zu haben. Da ich aber nur offene Regale häufig als zu unruhig empfinde, bin ich dazu übergegangen eine kleine Stoffauswahl zur Inspiration in diesen Metall-Servierwagen zu verstauen. Hier habe ich viele meiner Lieblingsstoffe schnell griffbereit. Mittlerweile gibt es einen Wagen für Webware und einen für Jersey. Ein weiterer ist für meine ganzen „Werkzeuge“ in Benutzung. Auf dem lagere ich Scheren, Lineale, Stickrahmen etc.

2. Rollkontainer vom Schweden
Ich habe den Schreibtischschrank mit Rollen versehen und unter meinem Zuschneidetisch platziert. Dadurch ist er ausziehbar und dient gleichzeitig als Bügelstation (mit dem kleinen Bügelbrett von Ikea darauf) oder als weißer Fotountergrund für kleinere Projekte. Wenn man die Schubladen gut beschriftet ist vieles schnell zur Hand und es sieht trotzdem nicht zu unruhig oder unordentlich aus. Durch die Sortierung habe ich immer den Überblick, welche Reißverschlüsse, Knöpfe oder Gummibänder ich zur Verfügung habe. Zudem kann man kleine Boxen für zum Bsp. Kam Snaps gut verstauen und hat alle Zangen und Aufsätze beisammen.

3. Einweckgläser oder Saftflaschen
Ich liebe Smoothies und praktischerweise ist mein Lieblingssaft in sehr dekorativen Glasflaschen abgefüllt. Diese kann man, natürlich nach dem Trinken, super für kleinere Teile wie Knöpfe, Bänder, Füllungen wie Dinkel oder Lavendel und allerlei Nähzubehör nutzen.

Kreativ-Interview: Juliane von Elbfaden
Kreativ-Interview: Juliane von Elbfaden

Woran arbeitest du momentan?

Zurzeit ist es eine Mischung aus Computerarbeit und kreativem Arbeiten. Zum Beispiel den Blog endlich mal aufzufrischen und zu aktualisieren sowie den Shop immer weiter ausbauen und zu optimieren. Beim Nähen habe ich zurzeit 2 -3 Projekte, die ich ein erstes Mal ausprobieren möchte. Zum Beispiel ein Kleid für mich. Die Kinder bekommen ja schon länger Selbstgenähtes wenn sie es sich wünschen aber für mich bin ich da noch am austesten. Einige Schnitte wie zum Beispiel Röcke haben sich bereits für mich bewährt, aber ich würde gerne mehr Selbstgenähtes in meinem Kleiderschrank haben.

Was nähst / bastelst du am Liebsten?

Ich bin ein großer Freund schneller Projekte. Angefangen habe ich damals vor 7 Jahren mit Kleinigkeiten, wie zum Beispiel Schlüsselbänder oder kleine Beutelchen. Heute 7 Jahre später und um 3 Maschinchen (Stickkombi, Coverlock und Overlock) „reicher“ sind immer wieder auch aufwendigere Projekte wie Kleidung oder kompliziertere Taschen für meine Mädels und mich dabei. Aber am liebsten sind mir immer noch kleine Täschchen oder Taschenspiegel, mit denen man auf die Schnelle anderen eine kleine Freude machen kann.

Was machst du, wenn du mal nicht kreativ bist? Wie und wobei entspannst du dich am Liebsten?

Da gibt es ein paar Dinge auf die ich in meinem Leben natürlich neben meiner Familie ungern verzichten mag. Zum einen eine Badewanne samt gutem Buch, Latte Macchiato und gute Freundinnen, sowie lange Spaziergänge (vorzugsweise am Wasser/Meer) mit unserem Familienhund Max.

Kreativ-Interview: Juliane von Elbfaden

Welche Pläne hast du für die Zukunft? Wie wird es mit deinem Label weitergehen?

Ich möchte weiter kreativ sein und meinen kleinen Shop voranbringen. Aber nicht auf biegen und brechen. Ich möchte mir selbst treu bleiben und versuchen, mein Label weiterzuentwickeln und mir und meiner Familie damit langfristig ein zweites Standbein zu schaffen, dass mir einerseits mein Hobby, und mittlerweile auch das meiner Tochter, finanziert und zum anderen ein bisschen zu unserem Lebensunterhalt beiträgt. Aber neben dem finanziellen Aspekt, der sicher auch wichtig ist, ist mir persönlich wichtiger andere Menschen, mit den Dingen die ich anfertige oder eben über den Material-Shop verkaufe, ein bisschen glücklicher zu machen und ihnen einen Moment der Freude zu bereiten.

Was ist dein liebstes Snaply-Produkt und warum?

Oh nein, ich kann mich nicht entscheiden. Nehm ich die Schlüsselbandzange oder die Wonder Clips oder das coole Schneidelineal? Ach und dann die Schneidematte, die täglich im Einsatz ist und der zuverlässige Nahtauftrenner, den ich letztens wieder sehr zu schätzen wusste…. Schwierig, schwierig aber ich neben den ganzen Gebrauchsgegenständen finde ich es eigentlich total toll, dass Snaply mittlerweile auch eine Auswahl an Gurtband und metallisierten Reißverschlüssen im Sortiment hat. Die benötige ich ziemlich häufig und da habe ich schon das ein oder andere Mal drauf zurückgegriffen.

 

Liebe Juliane, vielen Dank für diesen spannenden Einblick in dein Nähzimmer und viel Erfolg weiterhin mit deinen kreativen Projekten!