Behind the Scenes: Klimperklein

Behind the Scenes: Klimperklein

Behind the Scenes: KlimperkleinWer gern Kinderkleidung näht, hat sicherlich schon von Paulines Schnittmuster-Label Klimperklein gehört. Die kreative Mama ist Designerin und Autorin von Schnittmustern und Nähanleitungen für Baby- und Kinderkleidung. Mit ihrem Mann, den 3 Kindern (plus zwei Bauchzwergen) und ihrem Hund lebt die studierte Medizinerin in Göttingen.

Pauline ist eine sehr herzliche Person, die es mit Leichtigkeit und guter Laune (scheinbar) mühelos schafft, Großfamilie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Ich durfte einen kleinen Blick hinter die Kulissen ihres Labels Klimperklein werfen und nehme euch heute mit auf eine bunte und inspirierende Reise.

Liebe Pauline, wie bist du zu deinem jetzigen Beruf gekommen?

Genäht und gebastelt habe ich schon immer, stets am liebsten nach eigenen Entwürfen und Vorlagen. Trotzdem habe ich mich nach dem Abi für ein Medizinstudium statt für den holprigeren Weg mit dem Ziel Produktdesign entschieden. Alle um mich herum waren sich einig, kreativ sein ist nur als Hobby erfüllend, wäre es mein Beruf, würde ich bald genug davon haben. Die Jahre vergingen und ich habe recht unkreativ vor mich hin studiert, viel Freizeit blieb bis zur Geburt des ersten Kindes im Sommer 2008 nicht übrig. Nur der gelegentliche Bikini oder, hm, interessante Entwürfe für mich entstanden von Zeit zu Zeit auf meiner ersten eigenen Nähmaschine.

In der Elternzeit hat es mich dann schnell wieder gepackt: Kinderkleidung und Krabbelpuschen zogen mich in den Bann. Vor der Tochter habe ich es noch zur Scheinfreiheit geschafft, mich aber kurz darauf mit der Gewerbeanmeldung gänzlich dem kreativen Leben hingegeben.
Der Blog entstand noch unter dem Titel „Punktiert“, eine Hommage an das Studienfach und Punkte, die mich seit Kindheitstagen allgegenwärtig begleiteten. Gewerblich wurde daraus schließlich „Klimperklein“.

Behind the Scenes: Klimperklein

Zunächst habe ich fertige Kinderkleidung und Krabbelpuschen verkauft. Dabei hatte ich immer am meisten Spaß an der Konzeption praktischer, gut sitzender Schnittvorlagen. Regelmäßig wurde ich im Zuge des aufkommenden Selbermachertrends gefragt, ob ich nicht auch die Schnitte selber teilen will. Mit Hilfe der Erbsenprinzessin erschien im Frühjahr 2011 unter dem Label „Erbsenklein“ die Coole Kappe als gemeinsames Projekt. Wenig später folgten die Wendezipfelmütze und die Ballerinapuschen als erste eigene eBooks. Bis heute kamen noch ein Kind und diverse eBooks dazu, außerdem die Gewissheit, dass ich den optimalen Beruf für mich gefunden habe. Die Medizin muss wohl auf unbestimmte Zeit warten, ich habe noch unzählige Schnittideen und Pläne und hoffe, die verbreitete Begeisterung für das Selbermachen hält noch ganz lange an.

Behind the Scenes: Klimperklein

Was reizt dich besonders an der Selbstständigkeit?

Ich mache tatsächlich das, wovon ich schon immer geträumt habe: Designen und Anleitungen verfassen und das Ganze familienfreundlich und flexibel von zu Hause aus. Berufstätigkeit und viele Kinder schließen sich so nicht aus, sie ergänzen einander vielmehr. Besser kann ich es mir nicht vorstellen.

Was ist deine große Leidenschaft?

Ich denke, mich begeistert besonders, wie sich bei der Schnittkonstruktion Kreativität und mathematische, geometrische Überlegungen miteinander verbinden. Das finde ich außerordentlich reizvoll und kann mich stundenlang damit beschäftigen, welchen Punkt man wie verschieben muss, um am dreidimensionalen Modell einen bestimmten Effekt zu erzielen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Wenn alle Kinder morgens aus dem Haus sind, ist für mich Zeit zu Nähen, Anleitungen zu verfassen und zu fotografieren und Schnitte zu testen. Den Nachmittag verbringe ich mit den Kindern. Wenn abends alle im Bett liegen, pflege ich die Shops und erledige andere Rechnerdinge bis in die Nacht.

Behind the Scenes: Klimperklein

Welchen Tipp wrdest du jungen Gründern geben, die sich im Kreativbereich selbstständig machen wollen?

Alles geben mit ordentlich Herzblut und dabei nicht vergessen, auf die eigenen Grenzen zu achten. Einkalkulierte Freizeit (Wochenende, Familienzeit etc. ) halte ich für essentiell, um langfristig die Freude an der Arbeit nicht zu verlieren.

Was findet man auf deinem Blog / Shop?

Auf meinen Blog kann man die Entstehung meiner Schnittideen und -Experimente verfolgen und zuschauen, was ich für meine Kinder und mich nähe. Ich bin leider kein großer Held im fotografieren, auch, wenn ich mich bemühe zu lernen. Hochglanzbilder wird man vergeblich suchen, aber immerhin zeigen sie garantiert die Wirklichkeit ohne Photoshop. Im Shop sind die vollendeten eBooks für Kinderkleidung und Accessoires erhältlich. Alle stets mit sehr ausführlichen, reich bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die es auch Anfängern ermöglicht, die Schnitte ohne großes Vorwissen umzusetzen. Dabei gebe ich alle Tipps weiter, die mir das Nähen erleichtern.

Was macht deinen Blog und deine Produkte besonders?

Ich liebe das, was ich tue, über alles und schon immer. Näh/Bastelanleitungen zu verfassen war schon als Kind mein Traum. Ich habe immer Lust zu nähen, das ist für mich Beruf, Berufung und Entspannung gleichzeitig. Ich denke, das spiegelt sich auch in meiner Arbeit wieder.

Behind the Scenes: Klimperklein

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Meine Schnitte sind geradlinig und schlicht, ich verstehe sie als Grundlage für kreative Experimente. Ich mag es farbig, aber nicht kunterbunt. Punkte gehen immer und in allen Formen!

Was nähst / bastelst du am Liebsten?

Definitiv Kinderkleidung, besonders für Babys. Die winzigen Sachen sind einfach zu niedlich. Und ich liebe Einfassen, anscheinend eine exotische Leidenschaft, aber ich finde, eingefasst sieht alles gut aus.

Woran arbeitest du momentan?

An einer umfassenden Babykollektion mit lauter Basisschnitten, die mir für meine Kleinen noch fehlen.

Behind the Scenes: Klimperklein

Gab es schonmal eine ganz besondere Rückmeldung von einem deiner Kunden?

Zu Nikolaus haben gleich eine ganze Menge Frauen aus meiner Facebookgruppe eine Postkartenaktion gestartet und mich beschenkt. Das war ziemlich überwältigend lieb.

Was machst du, wenn du mal nicht kreativ bist? Wie und wobei entspannst du dich am Liebsten?

Ehrlich gesagt entspanne ich mich immer am besten, wenn ich kreativ sein darf. In meiner Freizeit nähe ich gerne aufwendigere Dinge, für die mir sonst die Zeit fehlt und ich stricke leidenschaftlich gerne. Ansonsten verbringe ich sehr gerne sonnige Nachmittage mit meinen Kindern draußen, auf dem Spielplatz oder einer Wiese Freunde treffen, Mutti-Tratsch halten und den Kindern beim Toben zugucken.

Welche Pläne hast du für die Zukunft? Wie wird es mit deinem Label weitergehen?

Ich hoffe, ich darf mit klimperklein noch einige Jahre weiter machen. Ich träume seit Jahren von eignen Papierschnittmustern und habe noch einige andere aufregende Pläne für die nächste Zeit, die ich noch nicht verraten möchte. Ein paar Plotterdateien und Stickdateien und viele Schnitte warten noch darauf, bearbeitet und verkaufsbereit gemacht zu werden. Der nächste Meilenstein wird allerdings die Geburt der Zwillinge werden, danach muss ich mich neu sortieren. Drückt mir die Daumen für pflegeleichte Babys!


Liebe Pauline, vielen Dank für den offenen Einblick in deinen kreativen Alltag! Ich drücke dir natürlich die Daumen für eine wunderbar entspannte Babyzeit und wünsche dir weiterhin alles Gute mit deinem Label „Klimperklein“!

Und euch liebe Leser, schicke ich nun in Paulines Blog um euch dort ein wenig inspirieren zu lassen. Viel Spaß dabei!